Integrate Technologie und DeuSens gewinnen die Digital Tourist Awards 2026

Die digitale Transformation des Tourismus beschränkt sich nicht mehr nur auf Buchungsplattformen, Analysetools oder Automatisierungsdienste. Ein wachsender Teil der technologischen Innovation verlagert sich auf ein weniger sichtbares, aber zunehmend strategisches Gebiet: die Art und Weise, wie kulturelle Institutionen und internationale Organisationen das historische Erbe einem globalen Publikum näherbringen, das daran gewöhnt ist, Inhalte in digitalen und interaktiven Umgebungen zu konsumieren.

In diesem Kontext steht Dive into Heritage, das Projekt, das von den aragonesischen Unternehmen DeuSens und Integra Tecnología für die UNESCO entwickelt wurde und das bei den Digital Tourist Awards 2026, die von AMETIC organisiert wurden, mit dem ersten Preis in der Kategorie Barrierefreiheit im Tourismus und soziale Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde.

Die Auszeichnung würdigt eine digitale Plattform, die den Zugang zum Weltkulturerbe von jedem Ort und über jedes internetfähige Gerät erleichtert. Die Initiative ermöglicht es, 19 international relevante Kulturerbestätten virtuell zu erkunden, und zwar durch dreidimensionale Modelle, immersive Erfahrungen und interaktive Inhalte, die darauf abzielen, das historische, kulturelle und soziale Verständnis jedes Ortes zu verbessern.

Das Projekt basiert auf einer zunehmend präsenten Idee im internationalen Kulturbereich: Das Erbe muss sich neuen Zugangs- und Konsumformen anpassen, ohne an Tiefe oder Vermittlungsfähigkeit zu verlieren. Digitalisierung wird nicht mehr nur als Promotion-Tool verstanden, sondern als ein Weg, um Zielgruppen zu erweitern, geografische Barrieren abzubauen und neue Wissenserfahrungen zu schaffen.

Durch eine dreidimensionale Karte des Planeten ermöglicht die Plattform das Erkunden verschiedener als Weltkulturerbe eingetragener Stätten und den Zugang zu geführten Touren, freien Besichtigungen, visuellen Galerien, digitalen Rekonstruktionen und an jede Lokalisierung angepassten Erzählungen. Zu den enthaltenen Orten gehört beispielsweise Memphis mit seiner Nekropole, die durch 3D-Modelle und Interaktionen, die den Standort historisch kontextualisieren, nachgebildet werden.

Der Vorschlag spiegelt auch eine signifikante Weiterentwicklung in der Art und Weise wider, wie kulturelle Institutionen heute das Verhältnis zwischen Technologie und Erbe verstehen. Seit Jahren beschränkten sich viele digitale Initiativen im Bereich Museen oder historische Stätten auf grundlegende Digitalisierung oder relativ statische virtuelle Besuche. Dive into Heritage folgt einem anderen Ansatz, der viel näher an den immersiven Erfahrungen und dem interaktiven Design ist, das den zeitgenössischen digitalen Konsum dominiert.

Der Nutzer betrachtet nicht nur historische Stätten, sondern interagiert auch mit ihnen, greift auf verschiedene Informationsschichten zu und erkundet Inhalte, die an unterschiedliche Tiefen- und Interessensniveaus angepasst sind. Die Plattform integriert außerdem Kriterien für universelle Barrierefreiheit und Benutzererfahrung, die darauf abzielen, den Zugang für sehr unterschiedliche Profile zu erleichtern.

Dieser Aspekt der Barrierefreiheit gewinnt besonders an Bedeutung in einem Moment, in dem der Tourismus- und Kulturbereich beginnt, Konzepte wie Nachhaltigkeit, Bewahrung und Demokratisierung des Zugangs neu zu überdenken. Der touristische Druck auf bestimmte Kulturerbestätten, die physischen Erhaltungsgrenzen und die steigende Nachfrage nach digitalen Erlebnissen treiben hybride Modelle voran, in denen die Präsenz-Erfahrung mit neuen Formen der Fernerkundung koexistiert.

Die Digitalisierung soll nicht die physische Reise ersetzen, sondern den Rahmen des kulturellen Erbes erweitern und neue Zugangsformen für internationale Publikumsgruppen ermöglichen, die aus geografischen, wirtschaftlichen oder Barriere-Gründen nur schwer mit diesen Orten interagieren könnten.

Das Projekt umfasst außerdem ein Content-Management-System, das es der UNESCO ermöglicht, Ressourcen autonom zu aktualisieren und zu erweitern, ein Aspekt, der besonders relevant für kulturelle Plattformen von internationaler Dimension ist.

Für das unternehmerische Ökosystem in Aragon hat die Anerkennung auch eine strategische Dimension. In den letzten Jahren hat Aragon seine Position in Bereichen wie Logistik, industrielle Technologie oder digitale Infrastrukturen gestärkt, aber Projekte wie Dive into Heritage zeigen eine weniger sichtbare Facette des regionalen innovativen Gefüges: die Fähigkeit, komplexe Technologien im Bereich Kultur, Bildung und digitales Erlebnis zu entwickeln.

DeuSens, spezialisiert auf immersive Technologien und interaktive Erlebnisse, und Integra Tecnología, mit einer langen Geschichte in der digitalen Transformation und technologischen Lösungen für komplexe Organisationen, repräsentieren zudem ein zunehmend relevantes Unternehmensprofil in der europäischen digitalen Wirtschaft.

Die Auszeichnung von AMETIC bestärkt genau diese Idee. Technologische Innovation im Zusammenhang mit intelligentem Tourismus und Kulturmanagement wird sich zunehmend als Raum von wachsender wirtschaftlicher, institutioneller und sozialer Relevanz festigen.

Über die Auszeichnung hinaus spiegelt Dive into Heritage einen breiteren Trend wider: Das weltweite historische Erbe tritt ebenfalls vollständig in die digitale Wirtschaft ein. Und in diesem Übergang zeigen aragonesische Unternehmen die Fähigkeit, an globalen Projekten teilzunehmen, bei denen Technologie, Kultur und Barrierefreiheit Teil eines gemeinsamen strategischen Gesprächs werden.

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