Die Diputación de Zaragoza feiert das 280-jährige Bestehen von Goya mit der Eröffnung von «Zwischen Fiktion und Evidenz», einer Ausstellung der Fotografin Cristina de Middel. Die Schau, die im Saal Ignacio Zuloaga in Fuendetodos zu sehen ist, ist bis zum 14. Juni für die Öffentlichkeit geöffnet und lädt die Besucher ein, die Objektivität des fotografischen Bildes und die Rolle der Medien beim Aufbau der Realität zu hinterfragen.
Eine Reise zwischen Technik und Konzept
Die Ausstellung präsentiert 40 Fotolithografien, eine Technik, die die Fotografie in die Sprache des künstlerischen Drucks übersetzt. Dieser handwerkliche und industrielle Prozess nutzt Farbscheidungen und mehrere Platten, in einigen Fällen bis zu sechs, die nacheinander auf dasselbe Papier gedruckt werden. Dieser Ansatz betont die Materialität des Bildes und verstärkt den Dialog zwischen Technik, Konzept und dem Endergebnis, was eine einzigartige visuelle Erfahrung bietet.
Visuelle und narrative Erkundungen
Die erste Serie der Ausstellung konzentriert sich auf eine in Mexiko durchgeführte Arbeit über die Migrationsroute in die Vereinigten Staaten, die für die Zeitschrift Enigma erstellt wurde. De Middel erkundet die Grenze als physischen, politischen und symbolischen Raum und bietet einen poetischen und kritischen Blick auf die offiziellen Narrative und die unsichtbar gemachten Geschichten in den Transitgebieten.
Die zweite Serie, die auf dem Buch Der Ursprung des Nebels basiert, ist das Ergebnis einer Reise nach Neuseeland. Vor weit fotografierten Landschaften nutzt die Künstlerin einen Spiegel vor dem Objektiv, um über die Grenzen der Landschaftsfotografie nachzudenken, die konventionelle Sichtweise in Frage zu stellen und die kulturelle Konstruktion des Bildes zu verdeutlichen.
Cristina de Middel: Werdegang und Erbe
Cristina de Middel, geboren 1975, begann ihre Karriere im Fotojournalismus und in der humanitären Fotografie. Mit der Serie The Afronauts im Jahr 2012 richtete sich ihre Arbeit auf die narrative und symbolische Erforschung der Fiktion in der dokumentarischen Sprache. Seit 2017 ist De Middel Mitglied und Präsidentin von Magnum Photos und hat mehr als ein Dutzend Bücher veröffentlicht. Zurzeit lebt und arbeitet sie zwischen Spanien, Mexiko und Brasilien.
Die Ausstellung «Zwischen Fiktion und Evidenz» ist von Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 14:00 Uhr und von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, montags bleibt sie geschlossen, außer an Feiertagen. Diese Schau bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Schnittstelle zwischen Kunst, Technik und Narrativ im Kontext des Erbes von Goya zu erkunden.










