Die Diputación de Zaragoza hat einen bedeutenden Schritt in der Erschließung neuer Nutzungsmöglichkeiten des religiösen Erbes gemacht, indem sie am europäischen Projekt RELIHE teilgenommen hat. Dieses Programm vereint sieben Länder, um zu analysieren, wie religiöses Erbe in ländlichen Gebieten wiederverwendet werden kann, und fördert innovative kulturelle und soziale Nutzungen.
Internationale Zusammenarbeit zur Revitalisierung des Erbes
Die aragonesische Delegation, bestehend aus der Kulturabgeordneten Charo Lázaro, der Bereichsdirektorin für Bürgerschaft Esperanza García, der Abteilungsleiterin Mª Carmen Gracia und der Geschäftsführerin von Territorio Mudéjar Victoria Trasobares, schloss sich Partnern aus Deutschland, Polen, Lettland, Italien und den Niederlanden zu einem Studienbesuch in der Region Südböhmen in der Tschechischen Republik an. Dieser internationale Austausch soll Erfahrungen und Strategien zur Revitalisierung des religiösen Erbes teilen, einer in vielen Regionen Europas untergenutzten Ressource.
Während des Besuchs erkundeten die Teilnehmer fünf bedeutende Orte, die jeweils ein erfolgreiches Wiederverwendungsmodell aufweisen. Besonders hervorzuheben ist das Prämonstratenserkloster von Milevsko, eines der wichtigsten romanischen Ensembles in Böhmen, sowie das Zisterzienserkloster von Zlatá Koruna, das als eines der wertvollsten gotischen Komplexe Mitteleuropas anerkannt ist.
RELIHE: Innovation und Nachhaltigkeit im religiösen Erbe
Das Projekt RELIHE, koordiniert von der Polytechnischen Hochschule Turin, verfügt über ein Budget von über 1,5 Millionen Euro, co-finanziert von der Europäischen Union, und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Ziel ist es, die Rolle des religiösen Erbes in ländlichen Gebieten als Motor für nachhaltige Entwicklung, sozialen Zusammenhalt und kulturelle Innovation neu zu definieren. Dieser Ansatz reagiert auf die Säkularisierung und die demografischen Veränderungen, die viele Klöster, Stifte und Kirchen in ganz Europa untergenutzt haben.
Das Projekt zielt nicht nur darauf ab, diese Räume zu bewahren, sondern sie auch durch kulturelle und soziale Aktivitäten in das Gemeinschaftsleben zu integrieren. Beispiele dafür sind die Kirche St. Lorenzo in Klení, die heute Konzerte und kulturelle Treffen beherbergt, und der Klosterkomplex von Český Krumlov, der restauriert wurde, um Ausstellungen und Workshops zu veranstalten.
Auswirkungen auf die Provinz Zaragoza
Die Teilnahme an RELIHE ermöglicht es der Diputación de Zaragoza, Management-, Finanzierungs- und Gemeinde-Engagement-Modelle zu analysieren, die in ihrem Gebiet umgesetzt werden könnten. In der Provinz ist das religiöse Erbe ein Schlüsselelement der Kulturlandschaft und der Identität der ländlichen Gemeinden. Diese internationale Erfahrung ergänzt die Arbeit, die die Institution seit Jahrzehnten in der Erhaltung des religiösen Erbes der Provinz leistet, stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, es in das zeitgenössische Leben zu integrieren und seine zukünftige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.










