Der Palast von Aljafería in Zaragoza, ein maurisches Juwel, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, hat seine Hauptausstellung, ‘Goya, vom Museum zum Palast’, neu inszeniert. Diese Ausstellung, die im Dezember 2024 als Reaktion auf die vorübergehende Schließung des Museums von Zaragoza wegen Erweiterungsarbeiten eröffnet wurde, hat in ihrem ersten Jahr bereits über 321.000 Besucher angezogen und ist zu einem der herausragendsten kulturellen Phänomene Spaniens in der letzten Zeit geworden.
Am 16. Januar 2026 wurde der Ausstellung ein neues Einladungskunstwerk hinzugefügt, das den Diskurs erheblich bereichert: das ‘Portrait von María Teresa de Vallabriga’, ein Ölbild auf Holz, das Francisco de Goya 1783 malte und aus dem Nationalmuseum Prado stammt. Es wurde im emblematischen Thronsaal installiert – einem Raum, der genau für solche temporären Stücke reserviert ist – und ersetzt das Portrait ihres Ehemanns, des Infant Don Luis von Bourbon, das bis jetzt an dieser Stelle war. Dies ist das vierte dieser Art von Leihgabe in der Ausstellung, nach Werken wie dem ‘Portrait von José de Cistué y Coll’ oder ‘Die Jungfrau mit dem Kind’, eine Strategie, die die Ausstellungserfahrung lebendig und dynamisch hält und alle paar Monate das Interesse erneuert.
María Teresa de Vallabriga y Rozas (Zaragoza, 1759-1820), von Herkunft aus Aragonien wie Goya selbst, war eine bemerkenswerte Figur am spanischen Hof des 18. Jahrhunderts. Tochter eines Kavalleriekapitäns und der verwitweten Gräfin von Torres Secas, wurde sie frühwaisen und zog nach Madrid, wo sie eine raffinierte Bildung erhielt. Mit 16 Jahren heiratete sie morganatisch den Infant Don Luis Antonio Jaime von Bourbon (Bruder von Karl III.), der 32 Jahre älter war als sie, was sie im Hof in eine untergeordnete Position brachte und zu einem zurückgezogenen Leben in Arenas de San Pedro (Ávila) führte. Aus dieser Verbindung stammen vier Kinder, darunter Luis María (künftiger Kardinalerzbischof von Toledo) und María Teresa (die berühmte Gräfin von Chinchón, ebenfalls von Goya porträtiert).
Dieses Brustprofil-Portrait, das schnell und zart ausgeführt ist, fängt die junge Infantin in eleganter Haltung und mit einem Ausdruck süßer Schlichtheit ein. Vor einem dunklen Hintergrund konzentriert sich das Licht auf ihr strahlendes Gesicht der Jugend, wobei die rosigen Wangen, die subtilen Lippen und die geflochtenen Haare hervorstechen, die mit einer blauen Seidenschleife gebunden sind. Goya verwendet schnelle, aber präzise Pinselstriche, insbesondere bei den goldenen Transparenzen der Frisur und dem weißen Haarschmuck auf den Schultern, was eine bemerkenswerte Intimität und Sympathie vermittelt. Das ist kein Zufall: Die Künstlerin teilte mit ihrem Modell die aragonesische Herkunft, was eine offensichtliche Verbindung in dieser frühen Phase von Goya als Hofmaler schuf.
Das Werk ist eine Vorstudie für das große Bild der Familie des Infanten (das in der Fondazione Magnani-Rocca in Parma aufbewahrt wird), das im Sommer 1783 in Arenas de San Pedro gemalt wurde. Es bildet ein Paar mit dem Portrait des Ehemanns (bis jetzt in Aljafería ausgestellt), und beide schauen in Richtungen, die sich begegnen und somit einen berührenden visuellen Dialog schaffen. Eine nicht eigenhändige Inschrift auf der Rückseite (heute verloren) wies darauf hin, dass Goya es am 27. August 1783 in nur einer Stunde ausführte, was die Meisterschaft und Frische seiner Technik in intimen Portraits unterstreicht.
Im Kontext der Ausstellung, die chronologisch das Leben und die Entwicklung Goyas nachzeichnet – von seinen Anfängen in Zaragoza und Italien über die Einflüsse der Bayeu bis hin zu seiner Zeit als Hofporträtist und seiner religiösen Produktion – verstärkt diese Ergänzung den Fokus auf die hofischen Portraits im Thronsaal. Dort befindet sie sich in Gesellschaft von Einlagen aus dem Prado wie den von Karl IV. und Maria Luisa von Parma oder dem von Fernando VII. der Confederación Hidrográfica del Ebro, und dialogiert mit der mudéjarischen Architektur des Palastes, wodurch eine einzigartige immersive Erfahrung geschaffen wird.
‘Goya, vom Museum zum Palast’ rettet nicht nur Meisterwerke aus dem Lager, solange die Renovierung des Museums andauert (die Wiedereröffnung ist für 2026 geplant), sondern verwandelt Aljafería in ein lebendiges Epizentrum des goyesken Erbes. Mit dieser neuen Einladung aus dem Prado erhält die Ausstellung emotionale Tiefe und eine aragonesische Verbindung, die uns daran erinnert, dass Goya, jenseits seiner späteren dunklen Visionen, auch ein Meister der Zärtlichkeit und Menschlichkeit in seinen privaten Portraits war.
Für Kunst- und Geschichtsinteressierte ist ein Besuch in Zaragoza in diesen Monaten nahezu obligatorisch: Das Genie von Fuendetodos dialogiert direkt mit einem der faszinierendsten Paläste Europas.










