Der Direktor des Presseamtes des Vatikans, Matteo Bruni, hat den Besuch von Papst Leo XIV. in İznik, dem ehemaligen Nicaea, vom 27. bis 30. November 2025 bestätigt. Die Pilgerreise fällt mit dem 1700. Jahrestag des Ersten Ökumenischen Konzils zusammen, das im Jahr 325 stattfand, wo das Nicäno- Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis unter dem Vorsitz des römischen Kaisers Konstantin des Großen festgelegt wurde.
İznik, gelegen am Ufer des gleichnamigen Sees in der türkischen Provinz Bursa, war über Jahrhunderte eines der heiligsten Zentren des Christentums, vergleichbar mit Rom, Jerusalem oder Konstantinopel. Die Stadt beherbergte das Erste Ökumenische Konzil im Jahr 325, bei dem das Nicäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis formuliert wurde, das noch heute in Kirchen auf der ganzen Welt rezitiert wird. Zu den Wahrzeichen gehört die im See İznik versunkene Basilika, eine Kirche aus dem 4. Jahrhundert, die dem Heiligen Neophyt gewidmet ist, welche nach einem Erdbeben entdeckt wurde und sich derzeit im Prozess der Musealisierung befindet. Man nimmt an, dass dies der Ort war, an dem das historische Konzil stattfand.
Die Stadt bewahrt die Spuren der Zivilisationen, die dort lebten: Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen. Die alte Hagia Sophia, die nach der osmanischen Eroberung im Jahr 1331 in eine Moschee umgewandelt und vom Architekten Mimar Sinan umgestaltet wurde, beherbergte das Siebte Ökumenische Konzil im Jahr 787 und bewahrt noch Fresken der Jungfrau Maria, Christi und Johannes des Täufers. Neben ihrer christlichen Bedeutung verfügt İznik über mehr als fünf Kilometer lange Stadtmauern, frühchristliche Kirchen, ein römisches Theater und ein archäologisches Museum, das sich in einem ehemaligen osmanischen Speisesaal befindet. Die Stadt, die als «Cittaslow» anerkannt ist, setzt auf ein Modell des nachhaltigen Tourismus, das den Respekt vor der Umwelt und die Aufwertung lokaler Traditionen wie die handwerkliche Herstellung von Keramik in den Vordergrund stellt.
İznik ist zweieinhalb Stunden von Istanbul entfernt, was einen Besuch für diejenigen erleichtert, die in die religiöse und kulturelle Geschichte der Türkiye eintauchen möchten. Von İznik aus ist es möglich, die Route in Istanbul fortzusetzen, wo Monumente wie die Hagia Sophia, die Heilige Irene, Chora (Kariye), Zeyrek oder die Kleine Hagia Sophia die Entwicklung des Christentums im Osten nachzeichnen. Der Besuch von Papst Leo XIV. wird die Rolle von İznik als Schlüsselziel für religiösen und kulturellen Tourismus stärken und den Willen des Vatikans unterstreichen, Brücken zu historischen Orten des Christentums jenseits der westlichen Achse zu schlagen. Für die Türkiye stellt dieses Jubiläum eine Gelegenheit dar, ihr Erbe im interreligiösen Dialog, ihren archäologischen Reichtum und ihr Potenzial als Begegnungsort der Kulturen zu präsentieren.










