Die von Alfonso Fanjul geleiteten archäologischen Untersuchungen haben die Existenz einer mittelalterlichen Synagoge im Pueblo Viejo von Belchite bestätigt, mit Funden, die die ältesten erhaltenen Überreste einer Gebetstribüne aus dem Mittelalter in Europa repräsentieren. Die Arbeiten, die während der vierten Auflage des internationalen archäologischen Camps durchgeführt wurden, haben definitive Beweise geliefert, die auf den 2024 gewonnenen Hinweisen basieren.
Die Archäologen haben die ‘tevá’ und die ‘bimah’ (Gebetstribüne) lokalisiert, essentielle Elemente in jeder mittelalterlichen Synagoge, die aus Stampflehm, Eisenstangen und -geländern gebaut wurden. Diese Überreste haben sich unter den Trümmern des Gebäudes auf außergewöhnliche Weise erhalten.
Der eindrucksvollste Fund ist ein Wandmalerei, die den zentralen Teil der ‘menorah’ (siebenarmiger Leuchter) darstellt, identisch mit dem, das in der Synagoge von Híjar gefunden wurde. Außerdem wurde eine umfangreiche Stuckdekorierung aus dem 14. Jahrhundert dokumentiert, die die religiöse Nutzung des Gebäudes in dieser Zeit bestätigt.
Dokumentarische Beweise
Die tausenden von verkohlten Gerstenresten stimmen mit dem einzigen vorhandenen dokumentarischen Hinweis überein, der angibt, dass die Synagoge später in eine Scheune umgewandelt wurde. Der Brand, der das Gebäude in der Neuzeit zerstörte, ermöglichte die Erhaltung dieser Elemente.
Das archäologische Camp, gefördert von der Stadtverwaltung von Belchite über die Fundación Pueblo Viejo und die Spanische Vereinigung für Militärarchäologie, umfasste 27 Studierende aus den Vereinigten Staaten, Kanada, England und den Niederlanden.
Architektonische Verbindung in Aragón
Alfonso Fanjul betont, dass die architektonischen und dekorativen Parallelen zur Synagoge von Híjar die Existenz einer mittelalterlichen aragonischen Architekturschule für jüdische Kultstätten nahelegen.
Die Bildungs-, Kultur- und Sportministerin der Regierung von Aragón, Tomasa Hernández, hat den außergewöhnlichen Charakter des Fundes hervorgehoben. Der Bürgermeister von Belchite, Carmelo Pérez, hat darauf hingewiesen, dass diese Entdeckung Belchite zur sechsten mittelalterlichen Synagoge in Spanien machen würde, die besichtigt werden kann, was den Zugang zum Netzwerk der Juderías Spaniens ermöglichen würde.
Zwanzig archäologische Beweise
Die Studie enthält insgesamt 20 Hinweise, die die synagogale Nutzung des Gebäudes bestätigen, einschließlich seiner Ausrichtung nach Osten, der beherrschenden Lage in der Judería, der Struktur aus drei Schiffen, Außentrümmer, die identisch sind mit denen von Híjar, maßgeschneiderte Maße für spanische mittelalterliche Synagogen und die Existenz einer Struktur für das ‘mikvé’ (jüdisches rituelles Bad) im hinteren Bereich.










