Der Verlag Dolmen setzt seine Verlagslinie fort und bietet ein monatliches Programm, das ein Gleichgewicht zwischen klassischer Überprüfung, zeitgenössischen Wetten und spezialisierten Essays herstellt. Die Neuheiten im Juli 2025 zeichnen sich durch ihre Ambition und thematische Breite aus, die von Science-Fiction- und Fantasy-Comics bis hin zu psychologischer Horror-Narrative, einer Retro-Chronik der Arcade-Videospiele und einer historischen Analyse der spanischen Science-Fiction reichen.
Grant Morrison und die Vollendung von Zenith
An der Spitze der Publikationen des Monats steht der zweite und letzte Band von Zenith, einem der grundlegenden Werke von Grant Morrison, begleitet von Mark Millar beim Skript und Steve Yeowell, Jim McCarthy und Simon Coleby in der grafischen Umsetzung. Diese Serie, ursprünglich in 2000 AD veröffentlicht, stellt einen wesentlichen Bestandteil des britischen Comics der 80er Jahre dar und antizipiert die multiversalen und metanarrativen Obsessionen, die die spätere Karriere des schottischen Autors prägen würden. Diese Ausgabe integriert entscheidende Handlungsstränge wie „Phase Drei“ und „Phase Vier“ mit einer Reproduktionsqualität, die dem Kultstatus des Werks gerecht wird.
Die Elfenkönige: die epische Fantasie von Víctor Santos, umstrukturiert und erweitert
Anlässlich des 25. Jubiläums seiner Veröffentlichung präsentiert Dolmen eine commemorative Ausgabe von Die Elfenkönige von Víctor Santos. Diese editorial überarbeitete Neufassung, korrigiert und erweitert vom Autoren selbst, ermöglicht es, ein Schlüsselwerk des zeitgenössischen spanischen Comics neu zu entdecken. Die Ausgabe fasst die gesamte Saga in einem einzigen Band zusammen und zeigt die narrativen Einflüsse der nordischen Fantasie, des Manga und der klassischen Epik, und schafft ein kohärentes Universum, das sich über mehr als ein Jahrzehnt schöpferischer Arbeit entwickelt hat.
Lyric des Horrors: Das Weinen des Kuckucks und Der Nebel von Prag
Im Bereich der Genre-Narrative verstärkt Dolmen seine Stoker-Linie mit zwei Titeln, die aus psychologischem Horror und neu interpretiertem Folklore schöpfen. Das Weinen des Kuckucks von Iván Ledesma erforscht Trauma und Trauer durch eine Erzählung, in der die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwommen sind. Andererseits behandelt Der Nebel von Prag von Víctor Conde den Mythos des Golems aus einer Perspektive, die zwischen den Weltkriegen in Europa angesiedelt ist und eine Verschmelzung von historischer Novel, übernatürlichem Horror und mythologischer Revision bietet. Conde bekräftigt seine Vielseitigkeit als Autor mit einer anerkannten Laufbahn im nationalen Fantastischen.
Illustriertes Essay: Arcade und spanische Science-Fiction
Unter den Non-Fiction-Angeboten stechen zwei Bände mit hoher kritischer und dokumentarischer Dichte hervor. Der vierte Band von Arcade Classics von Enrique Segura Alcalde schließt eine Sammlung ab, die es verstanden hat, den Geist der Vermittlung mit einem analytischen Blick auf die Geschichte und Kultur der Freizeitvideospiele zu verbinden. Mariano Villarreal beginnt seinerseits mit seiner ambitionierten Reihe Geschichte der spanischen Science-Fiction den ersten Band, der „Das Zeitalter der Pioniere (1939–1969)“ gewidmet ist. Dieser Essay dokumentiert nicht nur Autoren, Zeitschriften und Sammlungen, sondern bietet auch eine interpretative Lektüre des Aufstiegs und der Festigung des Genres im sozialpolitischen Kontext des Franquismus.
Ergänzende Veröffentlichungen und Wiederauflagen
Die Dolmen-Zeitschrift erreicht ihre Ausgabe 365 mit Inhalten, die den Fantastic Four, Doctor Doom und Green Lantern gewidmet sind, sowie einem umfassenden Profil über Archie Goodwin. Hinzu kommen die Wiederauflagen im Pack-Format von Benito Sansón von Peyo und Dick Tracy von Chester Gould, entscheidende Werke des europäischen und amerikanischen Comics, die nun mit redaktionellen Kriterien für den Sammler präsentiert werden.
Verlegerisches Engagement und patrimoniale Rettung
Die Neuheiten im Juli des Dolmen Verlags spiegeln eine ständige Arbeit wider, um einen Katalog aufzubauen, der zwischen Generationen, Genres und Publikum interagiert. Comics, Narrative, Essays und patrimoniale Neuauflagen koexistieren in einem Angebot, das keine Strenge zugunsten der Zugänglichkeit opfert und weiterhin auf Autorschaft und kulturelle Erinnerung als tragende Achsen setzt.
Ein entscheidender Monat für Kritiker, Buchhändler, Sammler und Leser mit einem langen Blick.










